Schneller Ritt, große Vorhaben: EP beschließt Europäisches Jahr der Jugend 2022

Martina Michels, Sprecherin von DIE LINKE im Europaparlament, erklärt zur heutigen Abstimmung über ein Europäisches Jahr der Jugend 2022:

„Zuerst bin ich stolz, in welcher Geschwindigkeit der Kulturausschuss die heutige wichtige Entscheidung des Europaparlaments vorbereitet hat. Er hat Nägel mit Köpfen für einen Neustart Europäischer Jugendpolitik gemacht. Eine sichtbar engagierte Finanzierung von zehn Millionen Euro für 2022 und zusätzlichen zwei Millionen Euro für 2023 stehen.“

„Alles im Bericht ist darauf angelegt, grundlegend Strukturen der Jugendförderung und -mitbestimmung zu sichern und nach dem Europäischen Jahr der Jugend 2022 nicht mit leeren Händen, sondern mit neuen Fundamenten dazustehen, um zum Beispiel dem Europäischen Bildungsraum bis 2025 näher zu kommen und Jugendliche dauerhaft im sozial-ökologischen Transformationsprozess hörbar, motiviert und sichtbar einzubinden.“

Abschließend hebt Martina Michels hervor:

„Ich gehe davon aus, dass das im Bericht festgehaltene Monitoring der großen Vorhaben so laut und klar ist, dass im Frühjahr die EU-Mitgliedsstaaten und auch seine östlichen und südlichen Nachbarn wissen, dass dieses Europäische Jahr der Jugend 2022 etwas ins Rollen bringt, etwas, das Spuren und am Ende ein stabiles Fundament einer Europäischen Jugendpolitik des nächsten Jahrzehnts hinterlässt.“

Hintergrund:

Der Bericht über den Vorschlag für einen Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates über ein Europäisches Jahr der Jugend 2022, entstanden aus dem Vorschlag der Kommissionspräsidentin vom 15.09. 2021, wurde heute mit überwältigender Mehrheit abgestimmt. Im Bericht stehen harte Befunde, wie die Verdopplung psychischer Erkrankungen bei Jugendlichen, was auch der Pandemie-Situation geschuldet ist. Der Maßnahme-Katalog der Jugendförderung und Jugendmitbestimmung zielt neben den klassischen Programmen wie Erasmus+ und dem Solidaritätskorps tatsächlich in die Tiefe. Alle aktuellen Programmstrukturen, die auch der Erholung aus der Pandemie dienen, wurden jugendpolitischen Fortschritten unterworfen. Es geht um soziale Inklusion und die Inklusion von benachteiligten Minderheiten (Erwägung 11b), um Job- und Beschäftigungsangebote innerhalb von 4 Monaten (Erwägung 12a) und vieles mehr. Der Forderungskatalog, auch an die Mitgliedstaaten ist entsprechen konkret. Erneut werden unbezahlte Praktika verurteilt, wird die politische Mitbestimmung – auch im Rahmen der Zukunftskonferenz – deutlicher organisiert.

Ursprünglich erschienen auf DIE LINKE. im Europaparlament – Martina Michels